Angedacht

Wer will, dass die Kirche bleibt wie sie ist, der will nicht, dass sie bleibt!

 

Ganz ähnlich klang ein Spruch auf einer Postkarte in den 80er-Jahren, der gleiches von der Welt sagte. So wenig wir wollen, dass unser Globus allmählich zu einer Müllkippe verkommt, so wenig können wir wollen, dass unsere Kirche erstarrt. Das gilt auch für unsere kleine Gemeinde in Arenshorst. Oder mit einem Kampfruf aus der Zeit der Reformation gesagt: „Ecclesia semper reformanda est. – Die Kirche ist immer zu erneuern.“ – Zu jeder Zeit gibt es etwas, das in der Kirche der Veränderung bedarf. In unserer Geschichte gab es so viele Erneuerungsbewegungen. Mit Mut wurden neue Wege gesucht, die christliche Botschaft in Herz und Kopf der Menschen zu bringen, sie in die Zeit zu sagen. Wir Christen heute müssen sicher nicht auf jeden Zug aufspringen und jeder Mode folgen. Aber ernst gemeinte Kritik oder einfach gute Vorschläge sollen wir hören und sie beherzigen. Und neugierig bleiben für neue Gesichter, die ihre Fähigkeiten in unserer Gemeinde einbringen möchten.

Am 12. Mai werden wir zehn Jugendliche aus unserer Gemeinde in ihrer Konfirmation segnen. Mit jedem Jahrgang von Konfirmanden frage ich mich: „Was nehmen sie mit?“. Und ich wünsche mir, dass sie bleiben, um uns „Alten“ zu helfen, Kirche neu zu bauen und unsere Kraftquellen zu erkennen. Ich weiß, dass diese zehn jungen Menschen viel Gutes mitnehmen. Bei unserer Freizeit in diesem Februar in Lemförde waren wir eine schöne, lebhafte Gemeinschaft. Im Diakonissenmutterhaus waren wir zu Gast in einer landeskirchlichen Gemeinde, die ernst macht mit der Jesusnachfolge. Wir haben ihren Sonntagsgottesdienst in der Mutterhauskapelle mitgestaltet. Unsere bunte Himmelsleiter, die im Vorstellungsgottesdienst am 24. März zu sehen war, stand im Raum und blieb für eine anschließende Bibelwoche dort im Haus. Die Diakonissen sind uns offen und herzlich begegnet. Wie sie uns jede Mahlzeit anpriesen und mit einem Lobpreisgebet schlossen, um dann das Buffet zu eröffnen, fanden wir einfach liebevoll und „süß“. Nach ihrer Konfirmation möchten die Zehn als Gruppe noch einmal mit mir auf Reisen gehen. Das ist schön! Ich wünsche mir auch für Arenshorst einen Aufbruch aller Generationen in eine Zeit, in der Menschen Kirche neu gestalten und auch bei uns eine Heimat finden. Damit die gute Botschaft Jesu, in der es um Gnade geht in einer oft gnadenlosen Zeit, in zeitgemäßer Form die Herzen vieler Menschen erreicht; nicht mit Zwang, aber in ihrer Aussage klar.

 

 

 

                                                                                                                                      Pastor Andreas Pöhlmann

Kirchengemeinde Arenshorst